Roland FP-30 vs. Roland FP-30X – lohnt sich das Update?

Das erfolgreiche Roland FP-30 hat ein Update erhalten, das Roland FP-30X. Lohnt sich das Update für dich oder kannst du auch bequem zum ohnehin sehr guten FP-30 greifen?

Das Gehäuse ist gleich geblieben, am intuitiven altbekannten Bedienkonzept hat sich nichts verändert, die Farbpalette ist ebenfalls identisch: Schwarz / Weiß. Der Lieferumfang umfasst weiterhin Fußschalter, Notenpult, Netzteil, eine Bedienungsanleitung in Papierform. Die wichtigsten Änderungen beziehen sich auf die inneren Werte, die wir in der folgenden Tabelle für dich herausgesucht haben:

Relevante Unterschiede Roland FP-30 Roland FP-30X
Polyphonie 128256
Klänge Piano: 6 Klänge
E-Piano: 7 Klänge
Andere: 22 Klänge
Piano: 12 Klänge
E-Piano: 20 Klänge
Andere: 24 Klänge
Interner Rekorder Notenspeicher ca. 30.000 Noten,
1 Song intern speicherbar
ca. 70.000 Noten,
30 Songs intern speicherbar
Line-Ausgänge 2x 6,3mm Klinke
Soundoptimizer für Positionierung auf dem Tisch X
Piano Designer kompatibel X

Fazit

Das Update lohnt sich für diejenigen, die ihr Instrument auch auf der Bühne oder im Proberaum an ein Mischpult anschließen wollen, da dies über die neuen 6,3mm Stereo-Klinkeausgänge sehr einfach möglich ist. Die Tatsache, dass deutlich mehr Piano und E-Piano-Klänge zur Verfügung stehen, könnte für experimentierfreudige Klangtüftler interessant sein, ebenso die neue Option, dass du mit Hilfe der kostenlosen Piano-Designer-App den Klavierklang detailgetreu an deine Vorstellungen anpassen kannst.

Die Soundoptimizer-Funktion ist für alle Musiker interessant, die ihr Instrument nicht auf ein Stativ, sondern einen Tisch stellen, um den Klang diesbezüglich anzupassen. Wenn du die interne Aufnahmefunktion gerne nutzt, ist die Steigerung auf 30 speicherbare Songs natürlich ein wichtiges neues Feature. Die erhöhte Polyphonie ist tatsächlich nur wichtig, falls du anspruchsvollste Klavierliteratur von z.B. Liszt oder Debussy spielst.

Solltest du in eine oder mehrere der genannten Kategorien fallen, ist das Roland FP-30X eine interessante Alternative für dich. Wenn du einfach „nur“ Klavierspielen möchtest und einen vollen, warmen Klavierklang bevorzugst können wir dir das Roland FP-30 uneingeschränkt empfehlen.

Mini-Exkurs Piano-Designer

Mit der Piano Designer App für iOS und Android wirst du dein eigener Klavierstimmer. Ganz wie bei akustischen Instrumenten gibt es bei den hochwertigen Roland Digital Pianos viele Klangparameter, die du nun spielend leicht selbst beeinflussen können. Per Fingerzeig kannst du über den Touchscreen deines mobilen Endgerätes alle wesentlichen Klangeigenschaften verändern. Zusätzlich stellt die App bereits vorgefertigte Klaviereinstellungen für die unterschiedlichsten Musikstile, von Jazz und Pop bis zur Klanggewalt der Wiener Klassik kostenlos zur Verfügung.

Mini-Exkurs Polyphonie

Der Polyphonie-Wert gibt an, wie viele Töne gleichzeitig auf der Tastatur gespielt werden können, bevor der zuerst gespielte Ton ausgelöscht wird. Bei 10 Fingern und trotz durchgedrücktem Haltepedal ist ein Wert wie beispielsweise 128 bei normalem Klavierspiel auf jeden Fall ausreichend.

Persönliche Einschätzung

Das Roland FP-30X verwendet einen neuen Klangprozessor, der dem Instrument die doppelte Polyphonie bei gleichzeitig gesteigerter Klangqualität ermöglicht. So ist der Klang des FP-30X detailreicher als bei dem Vorgängermodell. Man hört während des Spielens mehr Gehäuseresonanzen und Hammeranschlaggeräusche – all das, was man auch bei einem akustischen Instrument hören würde. Des Weiteren ist der Klavierklang transparenter. Während das FP-30X bereits einen warmen Klangcharakter besitzt, hat das Nachfolgemodell einen noch ausgewogeneren Klang, der besonders im Bassbereich die Durchhörbarkeit verbessert und mehr klangliche Tiefe zum Vorschein bringt.

Insgesamt sind wir mit dem Update sehr zufrieden und können dir das Instrument uneingeschränkt empfehlen.

Doch wie sieht es aus mit der Konkurrenz: Yamaha P-125 vs. Roland FP-30X!

Während das Roland FP-30 in vielen Tests mit dem Yamaha P-125 auf dem gleichen Niveau lag, zieht das Roland FP-30X dem Konkurrenten von Yamaha langsam davon. Die schmerzlich fehlenden 6,3mm Stereoklinkenausgänge wurden beim FP-30X endlich nachgerüstet. Yamahas Standard GHS Tastatur des P-125 ist im Vergleich zur PHA-4 Tastatur von Roland nicht mehr zeitgemäß und besitzt im Vergleich nur einen Doppelsensor pro Ton, während Roland einen Dreifachsensor zur Erfassung von Tastaturanschlägen verbaut. Dies ermöglicht ein detailreicheres Spiel und somit ein weitreichenderes Klangspektrum insbesondere beim Tonrepetitionen und Tremolos. Des Weiteren besitzt das Roland FP-30X 56 verschiedene Klänge, das Yamaha P-125 nur 24.

Die Tatsache, dass das Yamaha P-125 keine Bluetooth Funktionen besitzt, das Roland FP-30X hingegen Bluetooth Midi und Audio Streaming unterstützt macht deutlich, dass Roland hier einiges an Entwicklungsarbeit geleistet hat. (Wichtige Information: Bluetooth Streaming vom Handy zum E-Piano, NICHT vom E-Piano zu Wireless Kopfhörern!)

Letztendlich entscheidet aber der Klang eines Instruments und hier sehen wir das Roland FP-30X etwas weiter vorn, nicht zuletzt auch wegen seines stärkeren verbauten Lautsprechersystems (14 Watt Yamaha vs. 22 Watt Roland) Das kleinste aber vielleicht nicht ganz unwichtige Feature besaß jedoch auch schon das FP-30: Beide E-Pianos verfügen über zwei Kopfhörer Ausgänge, doch bei Roland kommen diese einmal in der 3,5mm und einmal in der 6,3mm Variante. Es ist also egal was für einen Kopfhörer du besitzt, du kannst ihn ohne Adapter direkt ins E-Piano stecken und loslegen!

Bei Tastenexpress kannst du alle genannten Modelle mieten und somit auch über einen längeren Zeitraum zu Hause in Ruhe ausprobieren. Sollte dir ein Instrument gefallen, dann rechnen wir dir im Rahmen eines Mietkaufs bis zu sechs gezahlten Monatsmieten auf den Kaufpreis an. Weitere Informationen findest du hier: