Neues Instrument im Angebot: ROLAND FP-30 im Test

Roland FP-30 BK

Ein etwas verspäteter Neuzugang ist das ROLAND FP-30. Zwar ist es im Herbst 2016 bereits auf den Markt gekommen, war aber anfangs wegen der hohen Nachfrage nur schwer zu bekommen. Erst jetzt hat dieses top-aktuelle Instrument den Weg in unser Angebot gefunden. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um uns das Instrument etwas genauer anzuschauen. Dabei fiel auf: Das (fast) perfekte Instrument kommt mit einem kleinen Schönheitsfehler.

Clevere neue Features an Bord

Beim FP-30 fällt vor allem der mutige Schritt zu modernen Technologien auf. So ist es das erste Instrument in dieser Klasse mit integrierter Bluetooth-Funktion. Mit dieser kann bspw. ein Tablet drahtlos angebunden werden. Über eine Auswahl an Apps, die ROLAND für das iOS System zur Verfügung stellt, kann z.B. das Notenlesen gelernt werden oder aber (und das ist die sinnvollste Nutzung der Bluetooth-Funktion) man bearbeitet mit der App “Piano-Designer” den Klang nach und stellt sich so seinen individuellen Klavierklang zusammen. Auch das Argument des fehlenden Displays am Gerät selbst wird dadurch entkräftet, weil sich viele Funktionen statt über die Tastatur bequem am Touchscreen des eigenen Tablets oder Smartphones bedienen lassen. Das ist wirklich selten in dieser Preisklasse.

Klangqualität

Des Weiteren ist auch die verhältnismäßig große Auswahl an Klängen, die nicht im Klavierbereich anzusiedeln sind, erwähnenswert. So lassen sich alt bekannte Stücke auch mal in neuem Klangkostüm ausprobieren. Bis zu zwei Sound können gleichzeitig übereinander als Mischklang gelegt werden.

Die SuperNatural-Klangerzeugung ist bereits aus den großen Homepianos von Roland bekannt. Der gewohnt warme Roland Sound wird vor allem durch spezielle Effekte besonders voluminös und vermittelt so das Gefühl von Größe. Die beiden eingebauten 12cm-Lautsprecher können diesen Eindruck mit ihren 11W Augangsleistung gut übertragen – zumindest für das heimische Wohnzimmer ist das mehr als ausreichend. Damit kann Roland gegenüber dem Konkurrenzmodell Yamaha P-115 punkten.

Die voll-integrierten Lautsprecher sorgen durch fehlende Lautsprecheröffnungen für einen indirekten Klang. Ein wenig Direktheit hätte dem Sound dabei durchaus gut getan. Unter Kopfhörern fällt dieses Phänomen weg durch die Direktbeschallung. Der Klang macht auch (oder sogar gerade) unter Kopfhörern besonders viel Spaß. Für diese Preisklasse ist das durchaus eine Empfehlung wert.

Auf’s Äußere kommt es doch an!

Zu guter Letzt fällt beim FP-30 besonders das kompakte Gehäuse auf. In allen Dimensionen ist es ein klein wenig schmaler als die Konkurrenz. Das ist vor allem für diejenigen spannend, die ihr Instrument auch mal mitnehmen möchten, oder wenn das Instrument aus Platzgründen auf- oder abgebaut werden muss.

Auch Äußerlich gefällt das schlichte, aber moderne Design. Die beleuchteten Tasten sind nicht nur optisch ein Hingucker, sondern sind auch praktisch, wenn mal im Schummerlicht (z.B. auf der Bühne) gespielt wird.

Ausstattung – vollgestopft und dennoch fehlt etwas

Das Instrument selbst ist in der Ausstattung sehr überzeugend. Neben dem neusten Feature der Bluetooth-Anbindung, sind auch andere Funktionen zumindest ansatzweise aus der Oberklasse eingezogen: Über den eingebauten Audioplayer lassen sich über einen handelsüblichen USB-Stick Audiodateien im WAV-Format wiedergeben. Schade: Obwohl das Instrument grundsätzlich Audiomaterial versteht, ist es dennoch nicht in der Lage selbiges aufzunehmen. Dieses Feature wäre als Krönung ein echtes Killer-Feature gewesen. Leider verschenkt Roland hier aber dieses Potenzial.

Eine andere Besonderheit sind die eingebauten Rhythmusspuren. So wird das E-Piano zum Entertainer-Keyboard, wenn es denn nur einfacher zu bedienen wäre. Hier wäre der ein oder andere zusätzliche Bedienknopf sinnvoll. Ebenfalls selten anzutreffen ist in dieser Preisklasse die Möglichkeit, ein zweites Pedal anzuschließen, wobei das zweite Pedal verschiedenen Funktionen zugeordnet werden kann.

Beim Thema Pedal kommen wir aber auch zu einem Wehmutstropfen, der wahrscheinlich nur zum Tragen kommt, wenn man erstens diese Funktion nutzt und zweitens wenn man aus der Vergangenheit weiß, dass Roland das auch anders kann. Beim (nicht ganz direkten) Vorgängermodell F-20 wurde noch ein vollwertiges Sustainpedal mitgeliefert. Das DP-10 ist sogar wegen seiner Zusatzfeatures sehr beliebt: Zum einen verfügt das Pedal über eine ausklappbare Fußmatte und ist in der Preisklasse sogar halbpedalfähig.

Leider, leider wurde beim FP-30 dieses tolle Pedal weggelassen. Stattdessen wird ein einfacher Fußschalter mitgeliefert. Zwar macht die Konkurrenz das genauso, dennoch hat uns das beim Auspacken etwas überrascht, dass Roland ausgerechnet hier spart.

Fazit

Roland bringt mit dem FP-30 ein wirklich zeitgemäßes Instrument auf den Markt, dass durchaus zu überzeugen weiß. Für diese Leistungsklasse eine sehr gute Klangqualität kombiniert mit modernen Funktionen. Das Instrument ist mit Funktionen nur so vollgepackt, allerdings wäre der ein oder andere Bedienknopf sinnvoll gewesen (was natürlich diejenigen nicht stören wird, die sowieso nur die Basisfunktionen nutzen). Alternativ kann man aber auch durch die Bluetooth-Verbindung die für iOS kostenlos verfügbaren Apps nutzen. Dann hat man quasi in mancherlei Hinsicht ein Display-Ersatz.

Das einzige, was wir wirklich vermissen zu diesem (fast) perfekten Instrument, ist ein vollwertiges Sustain-Pedal. Wen das nicht stört, bekommt mit dem FP-30 wirklich ein gelungenes Instrument.